40 Jahre “Gastarbeiter” und Ausländerpolitik in Deutschland

40 Jahre “Gastarbeiter” und Ausländerpolitik in Deutschland von Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun

“Wir waren damals in der Zeit der sogenannten Landflucht”, erinnert sich Erich Straub an die frühen 50er Jahre, an die Zeit auf seinem Bauernhof in Bermaringen auf der Schwäbischen Alb. “Wir hatten in der Landwirt schaft keine Arbeitskräfte mehr”, fährt Straub, später Ortsvorsteher und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Ulm, fort. “Die eigenen Söhne und Töchter sind immer mehr abgewandert in die Stadt. Haben Arbeit gesucht, wo man mehr verdienen kann, und die Betriebe waren noch sehr arbeitsin tensiv ausgerichtet – wir brauchten also Leute für die Handarbeit. Und da hat man uns die Italiener empfohlen.”

I. Wie die “Gastarbeiter” zu uns kamen

Was Erich Straub so beschreibt, ist nichts anderes als der Beginn der Ausländerbeschäftigung in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Welt krieg, die ihre Wurzeln in Württemberg hat. Der Bauernverband Würt temberg-Baden bemühte sich schon seit 1953 – allerdings zunächst ver geblich -, italienische Landarbeiter auf die Höfe zu holen. Die Behörden waren damals von diesen ersten Versuchen, Saisonarbeiter für ein halbes Jahr (wie in der Schweiz) ins Land zu locken, gar nicht begeistert. Lan desarbeitsamt, Arbeitsministerium, aber auch die Gewerkschaften hatten Bedenken. Jährlich meldeten die Bauernverbände in der ersten Hälfte der 50er Jahre einen Fehlbedarf von bis zu 100 000 Arbeitskräften an, obwohl noch im Durchschnitt dieser Jahre mehr als eine Million Arbeitslose regi striert wurden und die Arbeitslosenquote 1955 beispielsweise 5,6 Prozent betrug. Freiwillig war damals offensichtlich kaum ein Arbeitsloser bereit, zu den kargen Lohnbedingungen in der Landwirtschaft zu arbeiten. Unge regelte Arbeitszeiten, Arbeit bei Wind und Wetter und oft an Sonn- und Feiertagen schreckten die meisten ab. Obwohl die Bauernverbände immer wieder auf ihre Probleme aufmerksam machten und ein staatliches Anwer beabkommen forderten, blieben die Behörden bei ihrer Ablehnung. Karl Lutterbeck vom Bauernverband Württemberg-Baden machte sich deshalb auf eigene Faust auf nach Oberitalien, um die ersten Landarbeiter zu ho len. Erst bei der dritten Fahrt, bei der man den italienischen Vizekonsul aus Freiburg mitnahm, gelang es, die Sache perfekt zu machen.

II. Schwielen an den Fingern

Im Arbeitsamt in Udine sammelten sich 600 Arbeitswillige, die nach Deutschland wollten. Daraus suchten sich die Vetreter des Bauernverban des etwa 300 Bewerber aus. Karl Lutterbeck, damals Sozialreferent, schil dert die Auslese so: “Da saßen wir an einem Tisch, so wie bei einer Muste rungskommission, und die defilierten dann also an uns vorbei. Und dann haben wir sie uns nach der Größe, nach der Stärke, nach Körperbau ange guckt. Manchmal haben wir uns auch die Hände zeigen lassen, ob sie auch möglichst große Hände und feste Schwielen an den Fingern haben. Daraus meinten wir zu sehen, daß er also das Arbeiten gewöhnt ist. Ab und zu guckte man einem dieser Italiener in den Mund, um festzustellen, ob auch seine Zähne einigermaßen in Ordnung sind!”

So kamen die ausgesuchten 300 Landarbeiter 1955 nach Stuttgart, wo sie von ihren Bauern am Bahnhof in Empfang genommen wurden. Deutsche und Italiener hatten so ihre Probleme. Da war das Heimweh, das den einen oder anderen Landarbeiter wieder nach Hause trieb. Schwierigkeiten berei tete damals auch das Essen. Most und Backsteinkäse waren eine unge wohnte Kost für die Italiener. Das Landesarbeitsamt in Stuttgart veröf fentlichte deshalb eigens eine Pressemitteilung: “Ratschläge für die Zube reitung von Speisen nach italienischer Art. Die italienischen Arbeitskräfte bereiten ihre Speisen gerne selbst zu. Soweit aber Italiener vom Arbeitge ber verpflegt werden, sind folgende Ratschläge des Italienischen Konsulats in Stuttgart für die Zubereitung von Speisen für italienische Arbeitskräfte zu empfehlen:

Der Italiener liebt im allgemeinen keine dünnen und flüssigen Soßen, ins besondere keine Mehlsoßen. Zu Teigwaren, die nicht zu weich gekocht werden sollten, gibt man Tomatensoße. Der Italiener ist nicht gewohnt Obstsäfte, Most, zu trinken. Zum Essen trinkt er mit Vorliebe Wein und Wasser. Während des Tages – und abends – auch Milch.”

III. “Die türkischen Arbeitnehmer haben sich durchaus bewährt”

Am 20. Dezember 1955 unterzeichneten Vertreter der deutschen und der italienischen Regierung eine Anwerbevereinbarung, so daß ein Jahr später offiziell die ersten ausländischen Arbeitskräfte in die Bundesrepublik kommen konnten. Der italienische Arbeitsmarkt war schon bald im wahr sten Sinne des Wortes “leergefegt”. Weitere Anwerbeabkommen wurden deshalb 1960 mit Spanien und Griechenland, 1961 mit der Türkei, 1964 mit Portugal, 1965 mit Tunesien und Marokko und 1968 mit Jugoslawien abgeschlossen.

1962 zog der für die Anwerbung von ausländischen Arbeitern zuständige Referent der Bundesanstalt für Arbeit, Helmuth Weicken, eine positive Bilanz der Beschäftigung türkischer Arbeitskräfte in der Bundesrepublik Deutschland: “Die türkischen Arbeitnehmer haben sich bei ihrer Arbeit in der Bundesrepublik durchaus bewährt. Die deutschen Arbeitgeber werden daher auch in Zukunft daran interessiert sein, Arbeitskräfte aus der Türkei vermittelt zu erhalten. Diese Entwicklung dürfte im allgemeinen deutsch-türkischen Interesse liegen, denn es darf erwartet werden, daß die Be­schäftigung der türkischen Arbeitskräfte in der Bundesrepublik zu einer Vertiefung und Festigung der traditionellen deutsch-türkischen Beziehun gen beiträgt. Für die Bundesrepublik bedeutet die Beschäftigung der türki schen Arbeitskräfte eine wertvolle Mithilfe zur Aufrechterhaltung des deutschen Produktionsniveaus.” Auch der Sachverständigenrat wies in einem Gutachten schon bald auf die gesamtwirtschaftlichen Vorteile der Ausländerbeschäftigung hin: “Die Ausländer ermöglichen den deutschen Arbeitnehmern, in qualifiziertere Berufe aufzusteigen, sie decken einen großen Teil des Bedarfs der Wirtschaft an regionaler Mobilität.”

IV. Großer Bahnhof für den einmillionsten “Gastarbeiter”

Das Anwerbeabkommen mit der Türkei wurde vor allem deshalb abge schlossen, weil die Deutsche Bundesbahn einen hohen Kräftebedarf für den Reinigungsdienst hatte. Schon 1964 machten die Tageszeitungen mit der Schlagzeile auf: “Die Gastarbeiter werden bei uns seßhaft.” Im glei chen Jahr kam der einmillionste “Gastarbeiter” nach Deutschland. In Köln wurde dem Portugiesen Armando Rodriguez im wahrsten Sinne des Wortes ein “großer Bahnhof” mit Pauken und Trompeten bereitet.

Zur Begrüßung bekam der einmillionste “Gastarbeiter” ein Moped ge schenkt. Er fand Arbeit in einer Holzfabrik in Süddeutschland. Es ging ihm gut. In seinen Briefen, die er mit Geldüberweisungen regelmäßig nach Hause schickte, schwärmte der Portugiese von Deutschland, schrieb, wie beliebt er im Gastland und bei seinem Chef sei. Bei einem Arbeitsunfall zog er sich eine Magenverletzung zu. Ein deutscher Arzt gab ihm den Rat, zunächst einmal nach Portugal zurückzugehen, wo ein Magentumor fest gestellt wurde.

Der einmillionste “Gastarbeiter” gab seine Anstellung in Deutschland auf und blieb in Portugal. Niemand habe ihm gesagt – so berichtete seine Familie einer deutschen Besuchergruppe -, daß er Anspruch auf Kranken geld hatte. So gab die Familie sämtliche Ersparnisse, die der einmillionste “Gastarbeiter” während der Jahre in Deutschland beiseite gelegt hatte, für Medikamente und den Arzt aus. Schließlich wurde das Geld knapp, und die Familie ließ sich die Rentenansprüche auszahlen. 1981 starb der einst so hochgefeierte Portugiese in seiner Heimat. Von seinem Gastarbeiter traum blieb nichts übrig als ein kleines Häuschen für die Tochter.

Mit einem Sonderzug jugoslawischer Arbeitnehmer, die durch die Bun desanstalt für Arbeit angeworben worden waren, traf am 5. August 1970 der fünfhunderttausendste baden-württembergische “Gastarbeiter” in Stuttgart ein: Zvonimir Kanjir aus Kroatien. Sein Geschenk: ein Koffer radio. Zum Begrüßungskomitee gehörten der Präsident des Landesarbeit­samtes, der jugoslawische Generalkonsul, der Vorsitzende der Arbeiter wohlfahrt und des DGB-Landesbezirks sowie der Repräsentant einer nam haften Automobilfirma, die den Jugoslawen als Arbeitskraft brauchte. Mit Sekt und Blumen begrüßten der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Josef Stingl, und Arbeitsminister Pirkl im Jahre 1972 die 19jährige Jugo slawin Vera Rimski in München als, wie es damals hieß, den zweimillion sten “Gastarbeiter”. Stingl schenkte ihr ein tragbares Fernsehgerät, Pirkl übereichte ein Buch. Die Zeitung schrieb: “… Josef Stingl, dankte der Ju­goslawin und allen anderen Gastarbeitern für den großen Anteil, den sie zum Bruttosozialprodukt beitragen und damit den hohen Lebensstandard in der Bundesrepublik überhaupt erst ermöglicht hätten.”

V. Phasen der Ausländerpolitik

Daß die Arbeitskraft und nicht die Menschen damals im Mittelpunkt stan den, bestätigt Hans-Jörg Eckhardt vom Landesarbeitsamt Baden-Württem berg, der eine zeitlang bei einer Anwerbekommission tätig war. “Bitte so fort fünf Stück Hilfsarbeiter” – so hätten damals Anforderungen der Ar beitgeber per Fernschreiben gelautet.

Die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte lief weiter auf Hochtouren. 1968 machte eine Tageszeitung mit der Schlagzeile auf: “Türken am mei sten gefragt”. Der Chronist hielt fest: “Besonders begehrt sind von der deutschen Industrie wieder die Gastarbeiter, Türken werden nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung am meisten angefordert. Deshalb sind sie auch am schwersten zu haben. Zehn Wochen müssen die Firmen allein auf Hilfsarbeiter warten. Türkinnen sind dagegen schon eher zu be kommen, vor allem die Analphabetinnen. Insgesamt stehen die Gastarbei ter in diesem Spätsommer hoch im Kurs. Weitgehend ausverkauft sind auch die Italiener, bis auf eine kleine Zahl von Handwerkern wie Schnei der, Maler und Elektromechaniker oder verwandte Berufe.”

1. Die erste Phase von 1955 bis 1973: Ausländerbeschäftigung als vor übergehende Erscheinung

Lange Zeit war die Ausländerpolitik dadurch gekennzeichnet, daß die Bundesregierung ausländische Arbeitskräfte im Interesse der Wirtschaft anwarb. Es herrschte Übereinstimmung darüber, daß die Ausländerbe schäftigung eine vorübergehende Erscheinung sei und daß die ausländi schen Arbeitnehmer über kurz oder lang heimkehren würden. So war lange Zeit in der Ausländerpolitik – abgesehen vom Ausländerrecht und seinen Ausführungsbestimmungen – kein Konzept infrastruktureller, so zial- und bildungspolitischer Maßnahmen vorhanden. Schon früh wurden aber die Eckpfeiler der Ausländerpolitik festgesetzt, die bis heute eigent lich unverändert geblieben sind. Danach ist die Bundesrepublik kein Ein wanderungsland. Das Ausländergesetz aus dem Jahre 1965 wurde fün fundzwanzig Jahre lang als Fremden- und Ausländerpolizeirecht verstan den, mit einem vielfältigen Abwehrinstrumentarium einschließlich Aus weisung und Abschiebung.

Ausländerpolitik wurde und wird heute immer noch in erster Linie als Ar beitsmarktpolitik gesehen. Die deutschen Arbeitsmarktinteressen, wie sie die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern definieren, stehen im Mittelpunkt. Nach diesen Interessen richten sich alle Maßnahmen und Konzepte, die Ausländer in der Bundesrepublik betreffen.

2. Die zweite Phase von 1973 bis 1979: “Konsolidierung” der Ausländer beschäftigung

Die Auseinandersetzung über Vor- und Nachteile der Ausländerbeschäfti gung setzte Anfang der siebziger Jahre vor allem deshalb ein, weil immer mehr ausländische Arbeitnehmer ihre Familien nachholten und erkennbar wurde, daß die Ausländerbeschäftigung eben kein vorübergehendes Phä nomen bleiben sollte. Die Diskussion über Kosten und Nutzen der Auslän derbeschäftigung sowie die Furcht vor sozialen Konflikten schlug sich im Anwerbestop für ausländische Arbeitnehmer nieder, der am 23. November 1973 verhängt wurde. Damit ergänzte die Bundesregierung ihre Auslän derpolitik durch den Grundsatz “Konsolidierung”, das heißt Begrenzung der Zahl der ausländischen Arbeitnehmer und Anpassung an die Aufnah mefähigkeit der sozialen Infrastruktur. Außerdem wurde zum erstenmal eine Eingliederungspolitik für die ausländischen Familien angekündigt, die langfristig in der Bundesrepublik bleiben wollten.

Der Anwerbestop forderte den Familiennachzug jedoch geradezu heraus. Das gilt auch für eine Maßnahme aus dem Jahre 1975, als die Kindergeld sätze für ausländische Kinder, die im Heimatland geblieben waren, ge kürzt wurden. Die Statistik zeigt deutlich, wie die Zahl der Zuzüge durch diese beiden Maßnahmen angestiegen ist.

3. Die dritte Phase von 1979 bis 1980: Integrationskonzepte im Mittel punkt

In einer dritten kurzen Phase von 1979 bis 1980 standen Integrationskon zepte im Mittelpunkt der Ausländerpolitik. In diesem Zusammenhang legte der erste Ausländerbeauftragte der Bundesregierung und früherer Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Heinz Kühn (SPD), ein Me morandum vor. Kühn kritisierte die bisherige Ausländerpolitik, die zu sehr von arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten geprägt worden sei. Er for derte die Anerkennung, der “faktischen Einwanderung” und ein Kommu nalwahlrecht für Ausländer. Die Bundesregierung blieb dann 1980 mit ih rem Beschluß zur Ausländerpolitik jedoch weit hinter den Forderungen ihres eigenen Ausländerbeauftragten zurück und lehnte zum Beispiel sei nen Vorschlag für ein Ausländerwahlrecht oder Einbürgerungserleichte rungen für die ausländischen Jugendlichen ab.

4. Die vierte Phase von 1981 bis 1990: “Wende in der Ausländerpolitik”  und Kampf um das neue Ausländergesetz

Aus einem kurzen Wettlauf um Integrationskonzepte wurde 1981 plötzlich ein Rennen nach einer Begrenzungspolitik. Die von SPD und FDP gebil dete Bundesregierung geriet dabei immer mehr unter den Druck der CDU/CSU-Opposition, der von den unionsregierten Bundesländern noch verstärkt wurde. Unter Zugzwang gesetzt, formulierte die Bundesregierung am 2. Dezember 1981 selbst eine Begrenzungspolitik. Zur Begründung führte die Bundesregierung die Furcht vor sozialen und politischen Span nungen an, die den gesellschaftlichen Frieden in der Bundesrepublik ge­fährden könnten. Im Februar 1982 bekräftigte die Bundesregierung ihre ausländerpolitische Grundposition und kündigte noch für das gleiche Jahr eine Novelle des Ausländergesetzes mit dem Ziel an, klare Grundlagen für die Lebensplanung der Ausländer zu schaffen.

Im März 1982 brachten die CDU/CSU-regierten Bundesländer den “Entwurf eines Gesetzes zur Konsolidierung des Zuzugs und zur Förde rung der Rückkehrbereitschaft von Ausländern (Ausländer konsoli die rungs gesetz)” im Bundesrat ein und verstärkten so den Druck auf die Bundesregierung. Am 14. Juli 1982 beschloß noch die alte SPD/FDP-Bundesregierung Maßnahmen zur Förderung der Rückkehr ausländischer Arbeitnehmer, die in das Gesetzgebungsverfahren einfließen sollten. Der damalige Bundesarbeitsminister Heinz Westphal (SPD) konnte sich allerdings mit einer Neuregelung zur weiteren Herabsetzung des Nachzugsalters von Ausländerkindern von sechzehn auf sechs Jahre nicht durchsetzen. Darüber war es im Kabinett und im Vorfeld der Ent scheidung zu einer heftigen Kontroverse mit den FDP-Ministern gekom men. Aufgrund des Regierungswechsels verzögerten sich die in Angriff genommenen legislativen Maßnahmen zur Förderung der Rückkehrbereit schaft und die Novellierung des Ausländergesetzes nochmals.

Nach dem Regierungswechsel zur CDU/CSU/FDP-Koalition nahm die Ausländerpolitik im Ergebnis der Koalitionsverhandlungen im September 1982 einen breiten Raum ein. Die Bundes regierung werde – so hieß es – sofort eine Reihe von Maßnahmen beschlie ßen, die Anreize für die Stärkung der Rückkehrbereitschaft von Auslän dern böten. Schon kurz vor der Übernahme der Kanzlerschaft hatte Hel mut Kohl erklärt, daß die Zahl der Ausländer vermindert werden müsse. Zwei Jahre lang wurde die Ausländerfrage bundesweit von der CDU/CSU thematisiert, und zur “Unterminierung der Basis ihrer Gegner” benutzt. Vieles spricht deshalb für die These, daß die Kampagne mit zum Macht wechsel beigetragen hat. Allerdings darf nicht übersehen werden, daß schon die alte Bundesregierung restriktive Maßnahmen eingeleitet und weitere Verschärfungen angekündigt hatte. Die “Wende” in der Auslän derpolitik, bei der Begrenzungsmaßnahmen im Mittelpunkt standen, hatte schon 1981 eingesetzt.

Die neue Bundesregierung nannte die Ausländerproblematik im Oktober 1982 als einen der vier Schwerpunkte ihres Dringlichkeitsprogramms – gleichberechtigt mit der Wirtschafts- und Außenpolitik, ein einmaliger Vorgang in der deutschen Nachkriegsinnenpolitik. Eine endgültige Rege lung der Rückkehrförderung wurde allerdings durch die Auflösung des Bundestags und die Neuwahlen abermals verzögert. Statt konkrete Maß nahmen zu treffen, setzte die Bundesregierung eine Kommission “Ausländerpolitik” ein, der Vertreter von Bund, Ländern und Gemeinden angehörten.

Schon Ende 1982 begann auch in der neuen Bundesregierung der Streit um die Ausländerpolitik. Vor allem die CSU kritisierte den Widerstand der FDP in der Koaltion gegen die Begrenzung des Familiennachzugs. Diese Auseinandersetzung um das Nachzugsalter für Ausländerkinder be stimmte lange Zeit die ausländerpolitische Diskussion. Unter einem of fensichtlich im Hinblick auf die Bundestagswahlen vom 6. März 1983 künstlichen Zeitdruck legte die Kommission “Ausländerpolitik” im Fe bruar ihren Bericht vor, dem jedoch schon aufgrund der kontrovers geführ ten Diskussionen in der Kommission wenig Aussagekraft zuzuschreiben ist. So nahm die Bundesregierung den Bericht nur zur Kenntnis, ohne über die Vorschläge zu entscheiden. Insgesamt läßt der Bericht allerdings die Tendenz zu weiteren Verschärfungen in der Ausländerpolitik erkennen.

Nach den Wahlen beschloß die Bundesregierung im Juni 1983 einen “Gesetzentwurf zur Förderung der Rückkehrbereitschaft von Ausländern”, womit ein Schlußstrich unter die drei Jahre lange Diskussion über die Rückkehrmaßnahmen gezogen wurde. Im Laufe des Jahres 1983 erreich ten die Ankündigungen der Bundesregierung für ein neues (restriktiveres) Ausländergesetz einen Höhepunkt. In einem “Schubladenentwurf” des Bundesinnenministeriums wurde der Versuch unternommen, sämtliche Möglichkeiten zur Verringerung der Ausländerzahlen, die die Kommis sion “Ausländerpolitik” aufgezeigt hatte, auszuschöpfen.

Alles in allem ist seit 1981 eine starke Politisierung des “Ausländer problems” festzustellen, die unter der neuen Bundesregierung noch zugenommen hat. Die Auseinandersetzung spitzte sich immer mehr auf die Frage nach der Herabsetzung des Nachzugsalters für ausländische Kinder zu. Obwohl die Bundesregierung im Dezember 1983 solche Pläne abgelehnt hatte, ging der Streit weiter, wobei der damalige Bundesinnen minister Friedrich Zimmermann auf seiner Position beharrte. Außerdem ist seit dem Machtwechsel in Bonn im Jahr 1982 eindeutig eine Kompe­tenzverlagerung in der Ausländerpolitik vom Bundesarbeits- zum Bundes innenministerium festzustellen, was daran liegt, daß ordnungspolitische Maßnahmen immer mehr ins Zentrum der ausländerpolitischen Entschei dungen rückten.

Einige Anmerkungen seien noch zur Rückkehrpolitik gemacht, die von der Bundesregierung beispielsweise 1984 als großer Erfolg bezeichnet wurde. Rückkehrwillige Ausländer erhielten einen Teil ihrer Beiträge für die Ren ten- und Sozialversicherung ausbezahlt. Langfristig kann die Beitragser stattung aber – der Arbeitgeberanteil wurde nicht zurückbezahlt – als eine Spar- und Sanierungsmaßnahme für die Rentenversicherung auf Kosten der ausländischen Arbeitnehmer bezeichnet werden. Dieser Spar- und Sa nierungseffekt wird auf drei bis vier Milliarden Mark veranschlagt. Bei der Rückkehrhilfe für arbeitslose Ausländer rechnete die Bundesregierung selbst mit Einsparungen beim Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld in Höhe von rund 90 Millionen und mit 240 Millionen Mark beim Kindergeld.

In Wirklichkeit war also die Rückkehrförderung eher eine symbolische Maßnahme – gerade im Hinblick auf eine beunruhigte deutsche Bevölke rung, der konsequente Maßnahmen zum Abbau der Ausländerzahlen vor geführt werden sollten. Nicht nur bei der Rückkehrförderung – zum Bei spiel auch bei der Einschränkung des Familiennachzugs – spielt die Sym bolpolitik eine wichtige Rolle. Viele ausländerpolitische Maßnahmen, die oft mit einer großen Öffentlichkeitsarbeit verbunden waren, lassen sich nur so erklären.

Der Entwurf für ein neues Ausländergesetz und die Pläne für weitere Ein schränkungen beim Familiennachzug verschwanden in den Jahren 1985/1986 vorerst in der Schublade, was vor allem am Widerstand der FDP in der Bundesregierung lag. Erst im Frühjahr 1988 gelangte ein 200 Seiten starker Entwurf zum Ausländergesetz aus dem Bun­desinnen ministerium an die Öffentlichkeit, der wiederum auf breiter Front von der FDP, den Oppositionsparteien, Verbänden und CDU-Sozialaus schüssen wegen seiner restriktiven Vorstellungen kritisiert wurde. Das Bundes innen­ministerium spielte die Bedeutung des Papieres herunter und wies darauf hin, daß es sich dabei noch nicht einmal um einen Referenten entwurf handele. Der umstrittene Zimmermann-Entwurf wurde deshalb sang- und klanglos wieder zurückgezogen.

Erst dem neuen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gelang es, einen Entwurf für ein neues Ausländerrecht vorzubereiten. Das als eilbedürftig eingebrachte Gesetz konnte schließlich am 26. April 1990 gegen die Stimmen der Opposition den Bundestag in zweiter und dritter Lesung passieren. Am 11. Mai billigte der Bundesrat mit den Stimmen der unions regierten Länder die Novelle, so daß das neue Ausländerrecht am 1. Janu ar 1991 in Kraft treten konnte. Anträge von SPD-geführten Ländern auf Anrufung des Vermittlungsausschusses wurden im Bundesrat abgelehnt.

Als positiv ist an dem neuen Ausländergesetz zu bewerten, daß es endlich Klarheit in die Diskussion brachte. Trotz einiger Verbesserungen blieb es jedoch in weiten Teilen rückständig. Das kritisierte beispielsweise Barbara John (CDU), die Ausländerbeauftragte des Berliner Senats. Vor allem wurde, so die Kritik von Barbara John, die Aufenthaltsberechtigung schlechter als bisher geregelt. Gerade junge Ausländer, die am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen, brauchen aber unbedingt Aufenthaltssi cherheit. Außerdem sind die Möglichkeiten einer erleichterten Einbürge rung oder gar Doppelstaatsangehörigkeit unzureichend gelöst. Alles in allem enthält das Gesetz viele kleinliche Bestimmungen und wird den An forderungen, die an ein modernes Ausländergesetz zu stellen sind, nicht gerecht. Besonders hervorzuheben ist der Paragraph 10 des neuen Auslän dergesetzes, der im Falle einer Neuanwerbung die Möglichkeit schafft, ausländische Arbeitskräfte nach dem Rotationsprinzip für einen begrenz ten Zeitraum anzuwerben. Auf der anderen Seite schreibt das neue Gesetz aber den Anwerbestopp gesetzlich fest. Dieser Widerspruch ist nur damit zu erklären, daß im Falle eines Arbeitskräftemangels die Möglichkeit er öffnet werden sollte, Lücken auf dem Arbeitsmarkt aufzufüllen.

Als besonderer Mangel des neuen Ausländergesetzes stellte sich bald heraus, daß ausländischen Ehepartnern kein eigenständiges Aufenthalts recht eingeräumt wurde. Weiter ist kritisch anzumerken, daß bis zum heu tigen Tage keine Verwaltungsvorschriften vorliegen und daß durch die vorläufigen Anwendungshinweise “Verschärfungen durch die Hintertür” eingetreten sind.

5. Die fünfte Phase von 1990 bis 1995: Asylpolitik im Vordergrund – “Gastarbeiter” geraten in  Vergessenheit

Zu Beginn der 90er Jahre wiederholte sich die Diskussion um die Zuwan derung nach Deutschland, wenn auch mit veränderten Rollen. Waren es vor zehn Jahren die Türken, die im Brennpunkt einer Begrenzungspolitik standen, konzentrierte sich die Debatte nun auf die Asylbewerber und Flüchtlinge. Die politische Auseinandersetzung und die Schlagzeilen in den Medien sind fast austauschbar: man braucht nur “Türken” durch “Asylbewerber” zu ersetzen. In beiden Fällen drohte das “volle Boot Bundesrepublik Deutschland” durch die angeblich zu hohen Zahlen der – damals – Türken bzw. – heute – Flüchtlinge und Asylsuchenden zu kippen.

Auch für die Sozialdemokraten wiederholte sich die Geschichte der Einwanderungspolitik. Im Dezember 1981 formulierte die SPD und die damalige sozial-li berale Bundesregierung – von der CDU/CSU und einer beunruhigten Wählerschaft an die Wand gedrückt – selber noch schnell eine Rückkehr politik für Türken, bevor sie die Macht in Bonn verlor. Nach einer jahre langen Auseinandersetzung stimmte die SPD schließlich 1993 der Ände rung des Grundgesetzes Art. 16 zu, wogegen sie sich jahrelang gewehrt hatte. Wieder spielte – dieses Mal mit Blick auf das “Superwahl jahr 1994” – die Befürchtung eine wichtige Rolle, die Legitimationsbasis in der Bevölkerung zu verlieren.

Die Parallele zwischen den Türken damals und den Asylbewerbern heute macht auch deutlich, wie wenig aus der ausländerpolitischen Debatte ge lernt wurde. Zu Beginn der 80er Jahre lebten etwa eine Million Türken in Deutschland, deren Zahl es angeblich zu verringern galt. Heute sind es etwa doppelt so viele, was nun offenbar keine Rolle mehr spielt. Kaum jemand erinnert sich noch an diesen Zusammenhang oder an Zitate von verantwortlichen Politikern wie “Es kommt, solange ich in Hes sen was zu sagen habe, kein Türke mehr ins Land”. Das gilt auch für den Satz eines anderen Politikers, der sagte: “Mein Ziel ist die Lösung eines Aus länder problems, das im wesentlichen türkische Familien betrifft.”

In den letzten Jahren ist die Tatsache fast völlig in Vergessenheit geraten, daß die Mehrheit der rund 7 Millio nen Ausländer in Deutschland als “Gastarbeiter” ins Land geholt wurde, hier geboren oder als Familien an ge hörige nachgezogen ist. Hinzu kam das Problem, daß zwei Themen immer öfter miteinander vermischt werden: die Zuwanderung von Aussiedlern und Asylbewerbern und die in Deutschland lebenden Ausländer. Alle Versuche, das Bewußtsein für die neue Einwanderungssituation im vereinigten Deutschland zu schärfen und eine umfassende Einwanderungs- und Integrationspolitik auf den Weg zu bringen, sind gescheitert. Diese “konzeptionelle Sprachlosigkeit gegenüber einer der dringendsten gesell schaftspolitischen Zukunftsaufgaben” war auch ein Grund für den Rück tritt der Beauftragten der Bundesregierung für die Integration der auslän dischen Arbeitnehmer und ihrer Familien, Liselotte Funcke, im Juli 1991. In ihrem Rücktrittsschreiben an den Bundeskanzler machte die FDP-Poli tikerin auf die wachsende Fremdenfeindlichkeit und Gewalt gegen Aus länder aufmerksam: “Die ausländische Arbeitnehmerbevölkerung sieht sich einer wachsenden Abwehr in der deutschen Bevölkerung und sogar tätlichen Angriffen ausgesetzt, ohne daß von politischer Seite ihre Anwe senheit begründet und ihre erwiesenen Leistungen gewertet werden. Er mutigungen zur Integration sind kaum erkennbar, ebensowenig wirksame Maßnahmen und ausreichender Schutz gegen fremdenfeindliche Jugend banden. Die deutsche Bevölkerung ist zunehmend verunsichert angesichts einer ständigen ungeregelten Zuwanderung, für deren Bewältigung sie kein politisches Konzept erkennen kann. Die sich daraus ergebenden Äng ste schlagen sich – wie aus meinem Briefeingang hervorgeht – nicht selten in mehr oder weniger heftigen Beschuldigungen gegen die Ausländer nie der und belasten damit die Stimmung auf beiden Seiten. Die Gefahr einer Eskalation ist nicht von der Hand zu weisen.”

Vier Monate lang blieb das Amt der Ausländerbeauftragten angesichts einer sich verschärfenden Krise unbesetzt. Erst im November 1991 konnte die Bundestagsabgeordnete und frühere Generalsekretärin der FDP, Cor nelia Schmalz-Jacobsen, die Nachfolge antreten. Die erhoffte Aufwertung, die bessere finanzielle und personelle Ausstattung ihres Amtes blieb je doch weit hinter den Erwartungen zurück. Erst im April 1996 wurden die Aufgaben des Amtes gesetzlich geregelt und damit auf eine bessere Basis gestellt.

VI. Zusammenfassung und Ausblick

1. Die “Gastarbeiter” gehen in Rente

Die ausländischen Arbeitskräfte, von denen die ersten vor vierzig Jahren ins Land geholt wurden, sind längst zu Einwanderern geworden. Etwa 350 000 befinden sich bereits im Rentenalter. Bis zum Jahre 2010 wird ihre Zahl auf über eine Million ansteigen. Viele von ihnen haben in einer ständigen “Rückkehrillusion” gelebt und bleiben jetzt in Deutschland, weil sie fast alle Verbindungen zur alten Heimat verloren haben und ihre Kin der und Enkel in Deutschland leben. Erste italienische oder türkische Al tenclubs und Modellmaßnahmen für die “Gastarbeiter der ersten Stunde” sind bereits entstanden. Trotzdem hat sich die deutsche Altenpfege und Sozialpolitik noch unzureichend auf die “Gastarbeiter-Rentner” eingestellt.

2. Gewinn und Verlust

Eine Kosten-Nutzen-Analyse der Ausländerbeschäftigung nach 40 Jahren ist nicht möglich und schon deshalb problematisch, weil dabei Menschen gegen Geld aufgerechnet werden. Wenn dennoch so etwas wie eine Bilanz gezogen werden soll, dann kann auf jeden Fall darauf hingewiesen werden, daß sich in den Entsendeländern in den 60er Jahren die Arbeitslosigkeit durch die (aufgrund der Anwerbung ausgelöste) Migration verringerte. Die Überweisungen der “Gastarbeiter” ver schafften den Heimat ländern harte Devisen und sind immer noch für viele Länder lebensnotwendig. Trotzdem gilt als gesichert, daß die Arbeits migration keine Entwicklungshilfe für die Herkunftsländer war und ist, denn das meiste Geld ging in die Unterstützung der Familien daheim und in den privaten Konsum.

Auf unserer “Habenseite” steht – und das darf nicht in Vergessenheit geraten -, daß die ausländischen Arbeitskräfte ganz entscheidend am Aufbau der Bundesrepublik Deutschland mitgewirkt haben. Eine Bilanz belegt, wie sehr die öffentlichen Finanzkassen noch immer von der Ausländerbeschäftigung profitieren. Nach einer Berechnung des Rhei­nisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen schlägt sich dies mit einem Plus von 41 Milliarden Mark im Jahr nieder.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln hat wiederholt die Bedeu tung der Ausländerbeschäftigung unterstrichen und in einem Fazit hervor gehoben: “Ausländer nehmen den Deutschen keine Arbeitsplätze weg, sondern sie füllen Lücken auf dem Arbeitsmarkt.” Die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte ist nach wie vor unverzichtbar für Deutsch land, könnten doch viele Branchen ohne sie gar nicht existieren.

Trotz Massenarbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise hat die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte seit der deutschen Vereinigung stark zuge nommen. Mit rund 2,23 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäf tigten erreichte sie im September 1993 fast wieder den Höchststand in der Nachkriegsgeschichte aus den Jahren 1972/73. Seit 1991 werden aus ländische Saisonarbeitnehmer für Beschäftigungen bis zu drei Monaten zugelassen. Hinzu kommen Gastarbeitnehmer und Werkvertragsarbeit nehmer, die einen Rückfall in die alte “Gastarbeiterära” und das totge glaubte “Rotationsprinzip” signalisieren. Allein 1992 wurden rund 1,35 Millionen Arbeitserlaubnisse für Ausländer von der Bundesanstalt für Arbeit erteilt. Die meisten davon – etwa 995 000 – waren allgemeine Ar beitserlaubnisse, die nur erteilt werden, wenn für den Arbeitsplatz kein Deutscher oder kein ihm gleichgestellter ausländischer Arbeitnehmer zur Verfügung steht. Im Jahre 1993 und 1994 wurden rund 1,3 bzw. 1,2 Mil lionen Arbeitserlaubnisse ausgestellt. Etwa 2/3 davon waren wieder allge meine Arbeitserlaubnisse für Arbeitsplätze, für die keine deutschen oder EU-Arbeitnehmer zur Verfügung standen. 1995 wurden wiederum rund 955.000 allgemeine Arbeitserlaubnisse erteilt.

3. Deutschland ist Einwanderungsland

Jahrelang war die deutsche Ausländerpolitik auf “Integration und Rück kehr” ausgerichtet. Es hat sich gezeigt, daß sich beide Zielvorstellungen nicht gleichzeitig erreichen lassen, daß dies vielmehr zu einem “Wechselbad” für die Betroffenen führt, von denen eine Entscheidung für Verbleib oder Rückkehr verlangt wurde. Eine klare Zukunftsplanung wurde so vielen “Gastarbeiterfamilien” in der Vergangenheit erschwert.

In vielen Bereichen wurden im Laufe der Jahre zwar integrationspolitische Verbesserungen erreicht. Eine ganze Reihe von Problemen blieben jedoch ungelöst. So fühlt sich so mancher “Gastarbeiter-Rentner” keineswegs bei uns zu Hause. Die meisten sprechen schlecht Deutsch, sind rechtlich kaum abgesichert und verlieren bei längerem Aufenthalt im Herkunftsland ihre Aufenthaltserlaubnis für Deutschland. Auch von den Kindern und Enkeln der ausländischen Arbeitnehmer hört man so gut wie nichts mehr. Sie gel ten als bestens angepaßt, insbesondere die Italiener als “halbe Deutsche”. Doch hinter den Kulissen sieht die Situation anders aus: der Anteil der Kinder italienischer Herkunft an den Überweisungen in Sonderschulen für Lern behinderte ist dreimal so hoch wie der deutscher Schüler.

Im Jahre 40 nach der Ankunft der ersten “Gastarbeiter” besteht der eigent liche Skandal unserer Integrationspolitik weiterhin fort, ohne daß ihn die deutsche Öffentlichkeit zur Kenntnis nimmt: Nach wie vor besuchen 200 000 bis 300 000 der nichtdeutschen Jugendlichen weder eine Schule noch absolvieren sie eine Berufsausbildung. Die Experten rätseln seit langem, wo sich diese Jungen und Mädchen, die in keiner Statistik auftauchen, eigentlich befinden. Auch wenn diese jungen Leute hier geboren und aufgewachsen sind, brauchten sie noch bis vor kurzem eine Arbeitserlaubnis, falls ihre Eltern nicht aus der Europäischen Union kamen. Erst 1994 wurde das Arbeitserlaubnisrecht dahingehend geändert, daß sie keine Arbeitserlaubnis mehr benötigen, wenn sie hier geboren sind und eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzen. Im Alter von 16 Jahren werden diese jungen Einwanderer – auch die aus der Europäischen Union – aber immer noch “aufenthaltserlaubnis pflichtig”, wie es im Amtsdeutsch heißt. Sie müssen sich bei der Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis holen. Durch diese Vorschriften, vor allem aber durch unsere Einbürgerungsbestimmungen, die im Kern aus dem Jahre 1913 stammen, erhöhen wir also rein statistisch Jahr für Jahr die Ausländerzahlen in der Bundesrepublik.

Alle Daten und Fakten belegen, daß wir in einem Einwande rungsland leben. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg waren in Deutschland gewaltige Aus- und Einwanderungsbewegungen zu verzeich nen. So sind von 1960 bis 1990 rund 16 Millionen Ausländer in die Bundesrepublik zugezogen. Im gleichen Zeitraum haben über 12 Millio nen Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit Deutschland wieder verlassen. Jedes Jahr findet eine hohe Abwanderung statt, was jedoch kein Thema in Politik und Medien darstellt.

Die Bundesrepublik war – was die Zuwanderung angeht – in den letzten Jahren weltweit die Nummer eins, und sie hat mehr Menschen im Jahr aufge nommen als die klassischen Einwanderungsländer USA und Kanada zu sammen. Trotzdem sind wir nach offizieller Lesart der Politik kein Ein wanderungsland. Es ist geradezu tabu, von “Einwanderung” zu reden, obwohl Artikel 73 des Grundgesetzes klar von “Einwanderung” als Auf gabe des Bundes spricht.

Deutschland sollte sich endlich von der Lebenslüge verabschieden, “kein Einwanderungsland” zu sein. Die Wirklichkeit hat diese Schutzbehaup tung längst überholt. Dabei geht es den Befürwortern einer realistischen Politik keineswegs darum, Tür und Tor für Einwanderer aus aller Herren Länder zu öffnen, wie oft unterstellt wird. Es geht darum, die offizielle Sprachregelung endlich der Realität anzupassen. Eine klare, berechenbare und zukunftsorientierte Ausländerpolitik hätte eine nicht zu unter schätzende Signalwirkung: einerseits auf die betroffenen aus ländischen Minder heiten, denen eindeutig mitgeteilt würde, daß sie als Teil unseres Landes und als fester Bestandteil unserer Gesellschaft auf Dauer willkommen sind.

Andererseits würde dadurch auch der deutschen Öffentlichkeit end lich “reiner Wein” eingeschenkt und ausländerfeindlichen Tendenzen eine klare Absage erteilt.

Viele der dann notwendig werdenden juristischen und politischen Bestimmungen – unter anderem über das Ausländergesetz, das aber reformbedürftig ist -, sind schon vorhanden. Es geht eigentlich nur noch darum, diese Regeln und Regula rien in ein klares und überschaubares Gesamtkonzept zu fassen und der aktuellen Lage anzupassen. Ein Anspruch auf die deutsche Staatsangehö rigkeit durch Geburt oder erleichterte Einbürgerungsbestimmungen unter Inkaufnahme von Doppelstaatsangehörigkeiten sind dabei wichtige Bei spiele für eine vorausschauende Integrationspolitik.

Es liegen gesicherte Erkenntnisse darüber vor, daß langfristig die Zahl der Jugendlichen nicht ausreicht, um den Bedarf an Facharbeitern zu decken oder die Renten zu sichern.  Trotz der gegenwärtig hohen Arbeitslosigkeit dürfen diese mittel- und langfristigen Perspektiven und die damit verbundene Angebotsseite des Arbeitsmarktes nicht aus den Augen ver loren werden. Die Enquete-Kommission “Demographischer Wandel” des Deutschen Bundestages bestätigte im Januar 1996 bei einer Anhörung in Bonn diese Zukunftsperspektive. Bevölkerungswissenschaftler wie Prof. Dr. Herwig Birg, Direktor des Insituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik der Universität Bielefeld, kritisieren die öffentliche Ignoranz und Gleichgültigkeit, was die demographischen Daten und Fakten angeht: “Deutschland ist bereits seit über 20 Jahren de facto ein Ein wanderungsland, auch wenn es sich de jure nur als ein Zuwanderungsland versteht. Entscheidend ist aber: Deutschland kann wegen der bereits in Gang gekommenen demographischen Eigendynamik heute nicht einmal mehr wählen, ob es in Zukunft ein Zu- bzw. ein Einwanderungsland bleiben will oder nicht. Seine Existenz und Zukunft hängen schlicht davon ab, wie es die aus den Zuwanderungen folgenden Integrationsaufgaben und Folgeprobleme meistert. Wenn Deutschland an den riesigen demographisch bedingten Problemen scheitert, könnten die negativen Folgen eine Dimension annehmen, die vergleichbar ist mit den Katastrophen des Ersten und Zweiten Weltkriegs.”

Wir sollten also eigentlich froh darüber sein, daß wir durch die vor han dene und zu steuernde Einwanderung eine solche negative Entwicklung zumindest abfedern können und sollten Zuwanderung auch als Be reiche rung und in diesem Sinne als Glücksfall begreifen.  Nur durch eine solche Sichtweise und politische Neuorientierung würde das Einwanderungsland  Deutsch land endlich einen positiven Schlußstrich unter seine 40jährige Geschichte der Anwerbung ziehen und seiner Verpflichtung gerecht wer den, die da durch entstanden ist, daß Millionen von ausländischen Arbeits kräften ins Land geholt wurden.

Kurzangaben zur Person

Karl-Heinz Meier-Braun, Dr. rer. soc., geb. 1950; Studium der Politik wissenschaft und Anglistik; Promotion über Ausländerpolitik; Leiter der Ausländerredaktion des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart (SDR); Hono rar professor an der Universität Tübingen; Beirat des Europäischen Forums für Migrationsstudien (EFMS) an der Universität Bamberg; Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) Landesverband Baden-Württemberg und der Kommission für inter nationale Bevölkerungsfragen der DGVN Bonn; 1995 Auszeichnung mit dem Preis “Gesellschaftswissenschaften und Praxisbezug” für seine journalistische und wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Migration durch die Schader-Stiftung Darmstadt.

Zahlreiche Funkbeiträge sowie Bücher und Aufsätze zur Migrations- und Flüchtlingsproblematik.

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun

Otros documentos relacionados en Alemán

En este apartado ofrecemos una lista de artículos relacionados con los temas tratados en el texto.

Özkan tritt Kruzifix-Streit los (dw-world.de  26/04/2010)

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5507813,00.html

Muslimin Özkan als Ministerin vereidigt (dw-world.de  27/04/2010)

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5511642,00.html

Burka–Verbot in Deutschland? (dw-world.de 01/05/2010)

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5525223,00.html

Analyse: Zuwanderung und Integration in Deutschland (magazine-deutschland.de  17/09/08)

http://www.magazine-deutschland.de/de/artikel/artikelansicht/article/analyse-zuwanderung-und-integration-in-deutschland.html

Warum die CDU so auf das Kruzifix fixiert ist (Der Spiegel  29/04/2010)

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,691989,00.html

“Türken, bringt euch mehr ein!” (Der Spiegel  23/04/2010)

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,690702,00.html

Islam und muslimisches Leben in Deutschland (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)

http://www.integration-in-deutschland.de/nn_282926/SubSites/Integration/DE/01__Ueberblick/ThemenUndPerspektiven/Islam/Deutschland/deutschland-node.html?__nnn=true

DIE TÜRKEI UN DIE EUROPÄISCHE UNION: Einführung un die Debatte ( Bundeszentrale für politische Bildung)

http://www.bpb.de/themen/KSGKMH,0,T%FCrkei_und_EU.html


Léxico

En el texto trabajado se tratan los temas de inmigración y en menor medida la religón dentro de un contexto político, por lo que el vocabulario predominante pertenece a estos ámbitos.

Ofreceremos en esta sección algunos de estos términos

Die Ernennung – Nombramiento

Der Ruck – Su sgnificado es empujón o tirón, sin embargo, en nuestro texto hemos optado por traducirlo como cambio dado que creemos que las circunstancias textuales nos lo permitían.

Das Landtag – el Parlamento autonómico. El término se refiere a los parlamentos de cada uno de los Estados federados de Alemania. Sus funciones principales son el control del gobierno regional, la legislación regional y la votación del presupuesto de cada Estado federado.

Die Forderung – demanda, exigencia en nuestro contexto, en términos financieros su equivalencia es a crédito.

Das Bundesverfassungsgericht – Tribunal Constitucional de la República Federal. Es el órgano constitucional que se encarga del control de constitucionalidad de las leyes en la República Federal Alemana.

Die Einwanderungsgeschichte – La historia de la inmigración. Ejemplo de palabra compuesta formado por die Einwanderung + s (restos del genitivo) + die Geschichte

Der Kruzifix-Streit – Palabra compuesta formada por Kruzifix y Der Streit. Esta expresión se emplea en referencia al debate de la prohibición de los símbolos religiosos.

Die Auseinandersetzung – polémica, forcejeo.

Die Einheit – su significado es unidad. Se usa en varias construcciones lexicales, pero su significado no cambia. Uno de los ejemplos es el que hallamos en el texto: die deutsche Einheit es decir la unidad alemana. Además tenemos otros ejemplos para el uso de esta palabra tales como:
Einheit der Rechtsordnung: unidad del ordenmiento jurídico
Untrennbare rechtliche Einheit: unidad jurídica indivisible

Flüchtling – singifica refugiado/desplazado. Este término se aplica con frecuencia junto con el adjetivo politischer, por tanto politischer Flüchtling sería un refugiado político.

Vertriebenen – se trata de un Partizip II sustantivado, el infinitivo del verbo es vertreiben. Este verbo se rige la preposición aus y su significado sería expulsar/echar de. Se entiende, por tanto, que aquí significa expulsados, que en español la evolución de esta palabra ha sido también la misma.

Die Vereidigung – en español no exite una palabra concreta con el mismo significado, por eso lo traducimos como prestación de juramento. Se refiere a todas las acciones que implican un juramento o una promesa. En unión con otras palabras forma expresiones que nos pueden ser útiles en el ámbito de la traducción, a saber:
Vereidigung auf ein Amt: jura o juramento de un cargo
Vereidigung von Dolmetschern: toma de juramento de intérpretes
Vereidigung von Sachverständigen: toma de juramento de peritos

Alteingesessen – significa arraigado y viene de la unión del adjetivo alt que significa antiguo y del verbo einsetzen cuyo significado es parecido a instalar/plantar/constituir. Hablamos por tanto de un antiguo establecido o un antiguo instalado, es decir, una persona que ya lleva tiempo ahí, cuyas raíces son alemanas. En nuestra traducción son los miembros de la sociedad, pues con ello aludimos a los que ya formaban parte de ella, los demás serían los que inmigran para formar parte de ella.

Eingewandert – se trata del Partizip II del verbo einwardern que significa inmigrar. En el texto se usa a modo de adjetivo para diferencias la sociedad “arraigada” de la sociedad inmigrante, o sea, de los nuevos miembros de esta.

Gesellschaft – su significado depende del contexto pues podría ser:
Sociedad: desde el punto de vista sociológico – un ingente grupo de personas
Sociedad (empresa): eine Gesellschaft gründen – fundar una sociedad
Compañía: jdm Gesellschaft leisten – hacer compañía a alguien
• Reunión, grupo, entorno y a veces fiesta, en el sentido de encuentro de varias personas conocidas o pertenecientes al mismo entorno.

Türkischstämmig – es una adjetivo compuesto por el adjetivo türkisch, cuyo significado es turco, y el sustantivo adjetivado Stamm que significa tribu, filo o si investigamos más, descubrimos que Stamm viene de stammen que significa provenir, proceder o ser natural de. Como consecuencia de estas complejas evoluciones llegamos a la conclusión de que significa de origen o ascendencia turca.

Der Abgeordnete – diputado o delegado, se utiliza la misma palabra para designar el cargo de estas dos personas, uno con más cargos y poderes, el otro también con ellos pero más restringidos.

Gerüttelt – Partizip II del verbo rütteln que según el diccionario significa sacudir, pero que en el contexto podríamos interpretar como golpear, destruir o quebrar.

Der Bundesgesundheitsminister – este vocablo surge a raíz de tres palabras diferentes:
Bundes: federal, se añade en muchas ocasiones a puestos y pertenencias del Estado Federal como Bundesautobahn que significa autopista federal.
Gesundheit: salud
Minister: ministro
El resultado es en español: Ministro Federal de Salud, no obstante, en español, lo diríamos y traduciríamos como Ministro de sanidad, es decir, omitiríamos el adjetivo federal, pues para el lector español no aporta información relevante, y cambiaríamos salud por sanidad, ya que es el término usado en nuestra lengua materna.

Die Abstammung – significa origen o ascendencia. El origen, nunca mejor dicho, de esta palabra es el verbo stammen – proceder, con la preposición ab delante, más la terminación sustantiva –ung, llegamos a la conclusión que la procedencia desde arriba, es decir, la ascendencia de alguien.

Der Vorbehalt – significa reserva, pero se refiere a los pensamientos que uno se reserva para sí mismo sobre otros, es decir que se trata de un prejuicio.

Das Schicksal – puede significar destino o suerte, según cómo enfoquemos la oración:
Jeden seinem Schicksal überlassen: abandonar a alguien a su suerte
• Sich in sein Schicksal ergeben: rendirse ante el destino de uno mismo
En el texto el significado más apropiado es el de destino.

Gestritten worden ist – se trata del verbo streiten conjugado en el Perfekt de la voz pasiva. Este verbo puede tener dos significados:
Pelear(se) en cuyo caso podría ir acompañado de la preposición um en alemán y por en español, y significar pelearse por. Ejemplo: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte – Cuando dos se pelean se alegra un tercero.
Discutir/debatir sobre: streiten über. Esta sería la traducción correcta en texto, ya que podemos ver claramente la preposición über que nos indica el significado más próximo.

Der Gastarbeiter – palabra compuesta por Gast (invitado) y Arbeiter (trabajador). Se refiere a todos aquellos trabajadores que fueron “invitados” por el gobierno alemán en los años 60 para trabajar en el país. En español no existe ningún término similar y el empleo de trabajador invitado suena algo forzoso, por tanto lo idóneo sería traducirlo como trabajador, trabajador extranjero (puesto que es un “invitado” que viene de fuera).

Der Einwanderer – inmigrante

Die Arbeitskraft – palabra traducida como mano de obra, es el resultado de la unión de Arbeit (trabajo) y Kraft (fuerza, eficacia). La última palabra también puede significar mano de obra, sin embargo, al añadir Arbeit, se concreta que esa “fuerza” que se necesita es para trabajar. Además Arbeitskraft se podría emplear en plural para indicar que son muchas personas las que sirven como mano de obra, en cambio, el segundo significado que podría tener la palabra es el mismo de Leistingskraft, es decir, capacidad productiva, en cuyo caso no habría cabida para un plural. Como ejemplo de combinación con otras palabras tenemos:
Qualifizierte Arbeitskraft: mano de obra cualificada
Ungelernte Arbeitskraft: mano de obra no cualificada (lit. que no ha cursado estudios)
Billige Arbeitskraft: mano de obra barata

Der Rückkehrer – repatriado, viene de Rückkehr que significa vuelta, regreso. Es, por tanto, la persona que vuelve o regresa a su país

Loswerden – su significado aplicado a personas o al trabajo es deshacerse de, quitarse de encima o librarse de. Sus usos más coloquiales sustituyen a verlieren (perder) o a verkaufen (poder vender).

Die Integrationsmaßnahmen – está compuesta por Integration, que equivale a integración, y maßnahmen, palabra que podríamos traducir como medios, acciones o medidas. La última sería la más indicada, puesto que un gobierno siempre toma medidas para solucionar los asuntos, en este caso hablaríamos de medidas de integración.

Der Ausländerbeauftragt – Portavoz del colectivo de inmigrantes, es la expresión que mejor lo define en español y además existe un colectivo de este tipo con su propio portavoz. En alemán el término es compuesto. Sus dos componentes son Ausländer (inmigrantes) y beauftragt – Partizip II del verbo beauftragen que significa encargar, es decir, el “encargado de los inmigrantes”, en español el portavoz de este colectivo.

Die Regierungspolitik – Política de gobierno

Die Rückkehrprogramme – Programa de repatriación

Der Anwerbestopp – se refiere al cese de contrataciones, es decir, que ya no se contrata a más personas. Anwerben es un sustantivo deverbal, su origen está en anwerben que significa contratar si hablamos de trabajadores o reclutar/alistar si hablamos de soldados. En algunas oraciones, sin embargo, podría traducirse por captar o conseguir:
Mitglieder für eine Organisation anwerben: captar miembros para una organización.
Freiwillige für eine Tätigkeit anwerben: conseguir voluntarios para una actividad.

Die Rückkehrförderungsgesetze – Leyes de retorno subvencionado, puesto que Rückkehr es retorno, Förderung puede significar un subsidio o ayuda económica y Gesetz es ley.

Das Handgeld – Anticipo

Man hielt das für ein Patentrezept – el infinitivo de hielt es halten y está conjugado en Perfekt. Aquí significa lo mismo que erachten (considerar), pues la construcción etw/jdn für etw halten corresponde en español a tomar algo/a alguien por algo. La traducción que proponemos sería: Estas medidas se consideraron como las más acertadas, en caso contrario, manteniendo la propuesta del diccionario tendríamos: Se tomó esto por una solución ideal, enunciado que podría dar lugar a confusiones.

Das Einkehrprogramm – Programa de Conciencia

Die Neubürgern – Nuevos ciudadanos o para nuestra traducción “recién llegados”, pues son ciudadanos nuevos, que acaban de llegar.

Die Altbürgern – Antiguos ciudadanos, para nuestra traducción “los ya residentes”, ciudadanos que forman parte de una determinada sociedad desde hace mucho tiempo o desde siempre, en caso de los nacidos en ella.

Integration stellt alte Gewissheiten in Frage – La integración pone en tela de juicio antiguas certezas, traducción propuesta por nosotros para no traducir al pie de la letra. No obstante, menos metafórica podría ser en español: La integración cuestiona antiguas certezas.

A continuación, añadimos un pequeño listado de vocabulario adicional en relación con el tema de extranjería:

Das Amt: cargo, oficio
Gültig (adj): oficial, en vigor
Ausfüllen (vrb): cumplimentar
Die Bestätigung: convalidación
Der Stempel: sello, estampilla
Das Dokument: documento
Der Personalausweis: DNI
Der Ausweis: carné/ identificación
Das Formular: formulario
Die Botschaft: Embajada
Das Einwohnermeldeamt: oficina de empadronamiento
Die Ausländerbehörde: oficina de extranjeros
Die Genehmigung: autorización
Die Aufenthaltsgenehminung: permiso de residencia
Das Asyl: asilo (político)
Die Frist: moratoria

Gramática

Dedicaremos esta sección al análisis sintáctico de las diferentes oraciones, así mismo, incluiremos aquellas dificultades que se nos han presentado antes de dar con una traducción acertada.

La estructura sintáctico-semántica de las diferentes oraciones nos permite deducir que el autor del texto ha optado por oraciones subordinadas de relativo así como Da-partikel, y construcciones del tipo “Diese anderen Erfahrungen kann man nicht sterilisieren und homogenisieren”, donde deducimos que el autor intercambia la posición canónica de sujeto (pronombre indefinido: Man) con la de objeto directo (Diese anderen Erfahrungen) para hacer hincapié en el objeto directo. En este mismo sentido, el autor refuerza sus oraciones con adverbios como trotzdem, jetzt, hoffentlich, auch, insgesamt (adv/adj), noch nicht, so. Todos estos recursos mantienen la coherencia y cohesión del texto, además de facilitar y agilizar su lectura.

Una vez que tenemos en cuenta el tipo de texto al que nos enfrentamos, destacaremos los siguientes aspectos:

Oraciones subordinadas de relativo

En los primeros fragmentos de nuestro texto observamos que predominan oraciones subordinadas de relativo. Recordemos que en este tipo de oraciones, al igual que en español, introducimos la oración subordinada o Nebensatz con un pronombre relativo que concuerda en género y número con su antecedente. En alemán, el caso de este pronombre relativo tiene que corresponder con la función que éste mismo desarrolla en la oración subordinada de relativo. Este tipo de oraciones, al igual que el resto de oraciones subordinadas, se identifican a primera vista, ya que el verbo principal siempre aparece al final de la oración. En este fragmento encontramos las siguientes:

  • Mit ihrer Ernennung beginnt der Ruck durch Deutchsland (antecedente),den (pronombre relativo Caso: acusativo, género masc, número singular) sich einst Roman Herzog erträumte
  • Der Hinweis darauf ist schon richtig, [aber er erfasst trotzdem nicht] (antecedente), was (Caso: acusativo, género: msc, núm: sng) jetzt passiert.
  • [Die Deutschen] (antedecente), die (Caso: nominativo, género: msc/fem, número:pl ) Evrim Baba, Mustafa Kara, Eran Toprak oder Nesrin Yilmaz heissen (…), brigen andere Traditionen, andere Denkweisen und Erfahrungen mit als [diejenigen Deustchen] (antedecente), die (caso: nominativo, género: msc/fem, número: pl) als Roland Koch, Peter Müller, Stefan Mappus oder Markus Söder amtlich registriert sind.

Nota: Las oraciones subordinadas van antecedidas de una coma si no aparecen al principio de la frase. Ej: wen ich zuerts treffe, frage ich.

Otras oraciones subordinadas

Observamos otro tipo de oración subordinada, de carácter completivo introducido por la conjunción “dass”:

  • Es ist gut, dass Aygül Özcan Minesterin geworden ist.
  • Er beginnt damit, dass die neue CDU-Sozialministerin von Niedersachsen ihre Forderung, religiöse Symbole aus den Schulen zu verbannen, gleich wieder zürucknehmen muss, auf Druck ihres Ministerpräsidenten
  • Die Historizität der Vereidigung der türkischstämmigen Ministerin leidet nicht daran, dass (función de Objeto Directo) Aygül Özkan im Kruzifix-Streit wieder eingelenkt hat.

Aygül Özkan zeigt nun, dass man nicht nur in die Parlamente, sondern auch in hohe Regierungsämter kommen kann, wenn man keinen klassisch deutschen Namen hat – Lo característico de esta oración es que contiene una subordinada sustantiva en función de Complemento Directo, introducida por “dass”. Y dentro de la subordinada encontramos dos elementos: nicht nur, que junto con el sondern de la siguiente frase, forman dos oraciones adversativas, que en español corresponden a “no sólo… sino que”. Otra de las características que tiene que ver con la subordinación es la posición del verbo que tiende a desplazarse al final de la oración. Como ejemplo, tenemos la subordinada introducida por sondern cuyo verbo, kommen, lleva el auxiliar können, en este caso el auxiliar conjugado pasa a la última posición de la frase y le precede el verbo principal en infinitivo. El mismo caso para la oración de wenn, su verbo, haben, conjugado, se halla justo seguido del punto final.

Aygül Özkan ist nun das schöne Symbol für ein neues Programm, man mag es Einkehrprogramm nennen – Esta oración contiene un complemento introducido por la preposición für que expresa una finalidad en este caso, como la preposición española por. Además, está seguido de una oración que podríamos calificar como yuxtapuesta coordinada ya que las oraciones no van unidas por ninguna conjunción del tipo “ und” o “dass”, sino más bien con una coma y se establece una relación entre sí coordinativa o subordinativa.

Otros aspectos gramaticales

  • Pasiva

Hemos de destacar la presencia de una construcción pasiva. En este caso, tenemos una pasiva de estado (Zustandspassiv) , la cual está formada por el auxiliar sein (solo para pasivas de estado) y por el Partizip II, en este caso geboren.

– Der Ruck ist, 39 Jahre Alt, er wurde 1971 als Tochter türkischer Wanderer in Hamburg geboren.

  • Partizip I

Hemos de advertir la presencia de un Partizip I irritierend, procedente del verbo irritieren (jmdn irritieren) cuyo significado es confundir a alguien. Al no tratarse de un adjetivo atributivo, observamos que no se declina, y solo se le ha añadido la característica -d.

  • Pluscuamperfecto

Otros aspectos gramaticales que podemos destacar en este fragmento es el uso del pluscuamperfecto de indicativo; en alemán: Plusquamperfekt Indikativ, que se forma que el pretérito (Präteritum) del verbo “haben” más el participio II ( Partizip II) del verbo principal. La frase en cuestión es la siguiente: Aygül Özkan hatte mit souveräner Naivität an ein Tabu ihrer Partei gerührt.

  • Da-partikel

Die deutsche Politik hat grausam lange die Augen davor verschlossen – En esta oración encontramos una Da-Partikel, que sustituye un complemento introducido por la preposición vor, debido a que la construcción del verbo que exige este vor para indicar que cierran los ojos ante ello… En español se ha traducido por “hacer la vista gorda” ya que es nuestro fraseologismo correspondiente para expresar que “cerramos los ojos para no tener que inmiscuirnos en un asunto”.

Dificultades en el análisis y traducción del texto

  • En la siguiente oración, se nos han presentado dudas en la estructura de la oración, pues encontramos un complemento del nombre introducido por el pronombre “dem” que se refiere al sintagma “Philipp Rösler”, a su vez introducido por la preposición “zwischen”, que en esta oración rige dativo. El sujeto de la oración de relativo, aparece justo después de este complemento del nombre, introducido por el pronombre “der”, que concuerda en género y número con su antecedente “Philipp Rösler” y que toma el caso de la función sintáctica que desempeña en la subornidada (sujeto) y, por tanto, el caso es nominativo. Das ist der Unterschied zwischen Aygül Özkan und Philipp Rösler, dem Bundesgesundheitsminister vietnamesischer Abstammung; der kam im Alter von acht Monaten als Kriegswaise nach Deutschland und wurde von deutschen Eltern adoptiert.
  • Por otro lado, encontramos un Partizip I en la siguiente oración: Das ist weniger bezeichend für sie als für ihre Partei, die CDU. El verbo al que nos referimos en esta oración es bezeichen, que forma el Partizip I añadiendo una -n a su forma de infinitivo. Este verbo podemos encontrarlo con la siguiente construcción : jmdn/etw als etw (akk) bezeichen, con el significado de “calificar/ etiquetar/ tratar a alguien/ algo de algo”. No obstante, al aparecer como un Partizip I, la traducción nos ha planteado problemas y, finalmente, optamos por: Es menos típico de ella que de su partido, UCD. Con esta traducción mantenemos además, el grado comparativo de inferioridad expresado por la estructura: Das ist weniger….als… .
  • Statt intensiver Integrationsmaßnahmen, wie sie schon 1979 Heinz Kühn, der erste Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, gefordert hatte, flüchteten sich sowohl die Regierungspolitik von Helmut Schmidt als auch die von Helmut Kohl in Rückkehrprogramme; man proklamierte den Anwerbestopp, produzierte Rückkehrförderungsgesetze, zahlte Handgelder und hielt das für ein Patentrezept – Este párrafo nos supuso bastantes dificultades a la hora de la traducción, pues contiene varias subordinaciones, la primera introducida por “wie” se refiere a  “Integrationsmaßnahmen” y termina en “gefordert hatte”, la segunda que está dentro de la primera está introducida por “der”, el cual sustituye a “Heinz Kühn”, y termina en “Bundesregirung”. Después la oración principal que comienza por “Statt” continúa desde el verbo “flüchteten” hasta llegar a “Rückkehrprogramme”
  • Observamos además, enunciados completamente desconocidos para nosotros como “so wahr uns Gott Helfe” con el significado de “Que Dios nos ayude”.

Aygül Özkan

En esta sección presentamos una biografía ( en alemán) de la protagonista de nuestro texto Aygül Özkan.

Aygül Özkan (27.August 1971 in Hamburg) ist eine deutsche Politikerin (CDU) und seit 2010 Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration in Niedersachsen.

Leben

Aygül Özkan ist die Tochter einer in den 1960er Jahren aus Ankara in der Türkei nach Hamburg zugewanderten Familie. Ihr Vater machte sich nach fünf Jahren Arbeit bei der Deutschen Bundespost mit einer Schneiderei selbstständig.Aygül Özkan besuchte das Gymnasium Allee Altona und erlangte dort 1990 ihr Abitur. Mit 18 Jahren, noch während ihrer Schulzeit, hatte sie sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden. Sie nahm ein Studium der Rechtswissenschaft mit dem Schwerpunkt Europa- und Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg auf. Nach dem 1. Staatsexamen folgte von 1995 bis 1997 das Rechtsreferendariat in Niedersachsen, mit Stationen u. a. an der Handelskammer Hamburg und im Europäischen Parlament in Brüssel. Sie legte das 2. Staatsexamen ab und ist seit 1998 zugelassene Rechtsanwältin am Landgericht Hamburg. Özkan absolvierte von 1998 bis 1999 ein Trainee-Programm für Nachwuchsführungskräfte bei der Deutschen Telekom, der sie in den nächsten Jahren beruflich verbunden blieb. 2004 übernahm sie die Leitung des Geschäftskundenvertriebs Nord bei T-Mobile, wechselte dann als Niederlassungsleiterin zum Logistikunternehmen TNT Post Deutschland und baute dessen Hamburger Filiale – mit rd. 400 Angestellten – auf. Özkan ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten (ATU) und unter anderem auch Mitglied der Wirtschaftsdeputation und des Integrationsbeirates der Hansestadt, sowie der Deutsch-Türkischen Juristenvereinigung.

Aygül Özkan ist mit einem türkischstämmigen Frauenarzt verheiratet und Mutter eines Sohnes. Sie erzieht ihren Sohn zweisprachig und bikulturell: „Mit dem Besten aus beiden Welten“

Politik

Aygül Özkan trat 2004 der CDU bei. Der damalige Hamburger CDU-Chef Dirk Fischer platzierte Özkan – mit einer sogenannten wild card jenseits der Hierarchien der Kreis- und Ortsverbände – auf dem sicheren 15. Platz der Landesliste zur Bürgerschaftswahl 2008. Im März 2008 wurde sie Fachsprecherin für Wirtschaft und Industrie ihrer Fraktion und saß im Sozial- und Gleichstellungsausschuss sowie im Wirtschaftsausschuss.

Am 28. Juni 2008 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Landesverbandes Hamburg gewählt. Sie engagierte sich für die Integration ausländischer Jugendlicher.

Am 19. April 2010 wurde bekannt, dass Özkan das Amt der Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration in Niedersachsen übernehmen soll. Damit ist erstmals eine Frau mit Migrationshintergrund und muslimischem Glauben Landesministerin in Deutschland. Sie folgt auf Mechthild Ross-Luttmann, die das Ministerium seit dem 7. Dezember 2005 geleitet hatte. Das Ministerium wurde gegenüber dem bisherigen Zuschnitt um den Bereich Integration erweitert, der bisher zum Ressort des Innenministers Uwe Schünemann gehörte. Auf den neuen Ressortzuschnitt angesprochen, erklärte Ministerpräsident Wulff: Frau Özkan solle „die schwerwiegenden Fehler, die jahrelang in der Integrationspolitik gemacht wurden, ausgleichen“. Özkan ernannte am 27. April 2010 Heiner Pott zum Staatssekretär in ihrem Ministerium.

Die Berichterstattung deutscher Medien hob am Tag der Bekanntgabe der Kabinettsumbildung hervor, dass es sich bei Özkan sowohl um die „erste Muslimin in einem (deutschen) Ministeramt“ handele, als auch um „Deutschlands erste türkischstämmige Ministerin“. Die Personalentscheidung fand ein großes und positives Echo in türkischen Medien. So erklärte der türkische Außenpolitiker Yaşar Yakış, dass die Entscheidung ein gutes Beispiel für die in Deutschland lebenden Türken sei, es bis in höchste Positionen schaffen zu können.

Migrationspolitik

Als neue Ministerin will Özkan vor allem die frühkindliche Bildung von Migrantenkindern stärken und bei deren Eltern dafür werben, dass sie ihre Kinder frühzeitig in die Kindertagesstätte (Kita) schicken. Ebenso setzt sie sich dafür ein, dass junge Migranten eine Lehrstelle finden und Unternehmer mit demselben Hintergrund junge Leute ausbilden. „Integration funktioniert am besten über den Arbeitsmarkt“ Özkan forderte in einem Interview mehr Richter mit Migrationshintergrund, „damit die Betroffen auch sehen, hier entscheidet nicht eine fremde Autorität, sondern wir gehören da auch zu.“ In Anlehnung an das Kruzifix-Urteil 1995 des Bundesverfassungsgerichtes, forderte sie, dass Unterrichtsräume an staatlichen Pflichtschulen frei von religiösen Symbolen zu sein hätten:“Die Schule sollte ein neutraler Ort sein”. Ein Kind müsse selbst entscheiden können, wie es sich religiös orientiere. Darum hätten auch Kopftücher „in Klassenzimmern nichts zu suchen“. Für diese Aussage wurde sie von Angehörigen der eigenen Partei, der CSU und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland heftig kritisiert.

Ministerpräsident Wulff distanzierte sich daraufhin von der Position Özkans und erklärte: „In Niedersachsen werden christliche Symbole, insbesondere Kreuze in den Schulen, seitens der Landesregierung im Sinne einer toleranten Erziehung auf Grundlage christlicher Werte begrüßt“. Aus Gründen der Religionsfreiheit würden auch Kopftücher bei Schülerinnen toleriert – nicht aber bei Lehrkräften, was Özkan auch gemeint habe: „Frau Özkan hat ihre persönliche Meinung zur weltanschaulichen Neutralität geäußert, aber sie stellt die niedersächsische Praxis nicht in Frage.“

Özkan selbst stellte vor der CDU-Fraktion sowie in einer Erklärung vor dem niedersächsischen Landtag klar, dass sie das umstrittene Interview voreilig und „in Unkenntnis der in Niedersachsen gelebten Praxis“ gegeben habe.

Página personal de Aygül Özkan (click here)

Video sobre la toma de posesión de su cargo como Ministra:

 

Türkische Migranten in Deutschland

En el año 2006 vivían en Alemania unos 6,75 millones de extranjeros

En la imagen podemos ver las nacionalidades más representativas del colectivo inmigrante, es decir, cuyo ciudadanos son los más numerosos en el territorio alemán.

Los que predominan son los turcos, seguidos de los primeros Gastarbeiter, los italianos; los polacos, los serbios, los griegos y los croatas.

El segundo gráfico, circular, muestra los años que llevan viviendo los turcos en Alemania:

19,9% – menos de 10 años

53,2% – de 10 a menos de 30 años

26,9% – de 30 años en adelante

Análisis del contexto sociocultural

En este apartado hemos querido analizar algunos temas tratatos en el texto, así como algunos aspectos llamativos de la estructura  

En primer lugar, queremos comentar que nuestro texto está completamente condicionado por la opinión del autor, el cual consideramos que se posiciona de manera rotunda a favor de la integración de los inmigrantes en la sociedad alemana. Además nos atrevemos a decir que existe un cierto tono despectivo hacia la UCD.  

Además, encontramos que el texto esta lleno de referencias a sucesos acontecidos en la sociedad alemana, algunos de ellos son explicados durante el texto, por lo que no existe problema en su entendimiento (la mención de Philipp Rösler y la aclaración de su historia), otros son fácilmente identificables como la referencia hecha a las dos unidades de Alemania (los inmigrantes acogidos tras la segunda guerra mundial y la caída del Muro)  pero existe un tercer grupo, los cuales nos resultan inexpugnables. Este es el caso en la mención realizada a Roman Herzog y su “visión”, dado que no hemos podido encontrar ningún tipo de documento o información que nos aclare esta referencia. Lo único que hemos hallado, son unas vagas ideas respecto al tema, las cuales consisten en ciertas declaraciones acerca de la búsqueda de una ética común en todas las religiones, pero debemos aclarar que no sabemos si se pueden aplicar al contexto de nuestro artículo.  

IDEAS PRINCIPALES  

La idea central de nuestro texto parte del nombramiento de Aygül Özkan como ministra de Asuntos Sociales e Integración de la Baja Sajonia. Esta noticia llama la atención porque es la primera ministra de origen turco que accede a este cargo. Además Aygül ha suscitado la polémica con unas declaraciones totalmente inesperadas: La ministra se ha manifestado en contra de la presencia de crucifijos en las escuelas estatales.  

Hemos de tener en cuenta, que aunque ya este tipo de declaraciones resultan polémicas de por sí, la ministra es integrante del partido Unión Cristiano Demócrata(CDU) por lo que la controversia generada es aún mayor, si cabe.  

Los comentarios han levantado diversas opiniones dentro y fuera de su partido.
El primer ministro de Baja Sajonia Christian Wulff, ha intentado minimizar el impacto de las palabras de su nueva ministra diciendo que la mayoría de las declaraciones de Özkan son muy buenas, y alguna que otra provocativa. Pero Wulff también ha reafirmado la opinión de su Gobierno el cual aprueba los crucifijos en las aulas.  

Sin embargo, no todos los integrantes de la CDU han reaccionado de manera tan moderada. Un ejemplo de ellos son los ya mencionados en el texto como el diputado que representa a la CDU en asuntos de integración, quien se mostró colérico ante las declaraciones de Özkan, considerándolas “absurdas y escandalosas” o afirmando  “Los políticos que quieren prohibir los crucifijos en las escuelas deberían pensar si pertenecen a un partido cristiano”  

Otra reacción totalmente en contra ha sido la de Maria Böhmer, responsable de temas de inmigración en el Gobierno de Angela Merkel la cual consideró desafortunados los comentarios de la nueva ministra y afirmó que los crucifijos son una tradición católica y centenaria de Alemania así como una expresión de la tradición y comprensión de sus valores.  

Por otra parte, han sido muchos los colectivos de inmigrantes que se han manifestado en favor de las palabras de Özkan como el presidente de las Comunidades Turcas en Alemania, Kenan Kolat que ha considerado “innecesario” el debate pero ha defendido que los símbolos religiosos, de acuerdo con la ley del Estado laico, deben ser desterrados de las aulas.  

Sin embargo, la gran idea que se destaca en nuestro texto es sí finalmente podemos empezar a hablar de una completa integración de los inmigrantes(especialmente los musulmanes) en la cultura básicamente occidental de Alemania.
El hecho de que haya llegado a ser ministra una mujer de origen turco, y que además sea integrante de la Unión Cristiano Demócrata es un paso significativo para el proceso total de adaptación, tal y como se menciona en el texto, puede ser la tercera unidad alemana.  

A continuación expondremos dos de los tópicos que aparecen en nuestro texto:  

PROHIBICIÓN DE SÍMBOLOS RELIGIOSOS EN LAS AULAS

El debate de la prohibición de los símbolos religiosos en las escuelas no es novedoso. Durante varios años han surgido casos donde se pone en entredicho la presencia de un símbolo u otro en las aulas.
Concretamente nos remitimos a una referencia de nuestro mismo texto, cuando en 1995 sentenció la Corte federal de la Constitución de Alemania que la colocación de crucifijos en salones de escuelas públicas era una práctica contraria a la libertad religiosa.
Sin embargo el Estado federado de Bavaria, de población en su mayoría católica, promulgó una nueva ley: El crucifijo se descolgará siempre y cuando un titular del derecho de educación de un alumno objeta la colocación de la cruz. Esta regla no aplica en el caso de los profesores de escuela. ¿Y su fundamentación? El Tribunal administrativo de Augsburgo mantuvo en 2008 que los profesores desde luego podrán acogerse a la libertad de consciencia, pero que gozan ellos, distinto de sus pupilos menores de edad, de una personalidad consolidada (personalidad que no caerá en la incitación de un crucifijo).
El sindicato de los maestros alemanes (GEW) exhortó al Gobierno bávaro a reexaminar su práctica a la luz de la sentencia de Estrasburgo.  

Por otro lado en septiembre de 2003, la Corte Constitucional Federal reglamentó que la decisión acerca de los velos de las profesoras musulmanas debería recaer en los estados. En abril de 2004, el primer estado Alemán en pasar la prohibición fue el predominantemente católico estado de Baden-Wuertemberg (BW). Fue respaldado de forma casi unánime por el parlamento estatal -dominado por una coalición de la Unión Democrática Cristiana de la oposición, y los Demócratas Libres, liberales.
El debate fue disparado por Fereshta Ludin, a quien se le negó un trabajo de profesora en BW cinco años atrás, ya que insistió en llevar su pañuelo. Ella instauró un caso y citó la constitución que le otorgaba libertad de religión. El caso fue hasta la corte suprema, que dictaminó en septiembre de 2003 que no había, de hecho, ninguna ley que pudiera impedirle a la Señora Ludin que llevara su velo a la escuela, pero que desde ese momento en adelante, los estados serían libres de pasar tal ley. BW fue rápido en hacerlo. Mientras tanto, cinco de los dieciseis están en el proceso de pasar legislaciones similares.
La prohibición de los velos islámicos disfrutó de un amplio soporte en BW, pero hay una fuerte oposición a que las monjas cristianas sean forzadas a despojarse de su tocado de cabeza. El profesor de leyes Ferdinand Kirchhof, el autor de la legislación contra los velos, defiende los hábitos de las monjas como “vestimentas profesionales”, que no pueden estar sujetos a ninguna prohibición.  

También hemos de comentar que el debate de la prohibición de símbolos religiosos no es exclusivo de Alemania, sino que se sucede en todos los países donde la convivencia con varias religiones es intensa.
En Francia concretamente, entró en vigor en 2004 la ley sobre laicidad (más conocida como la ley del velo), la cual prohibe llevar símbolos religiosos en las escuelas públicas. Anque en principio se temió que la ley se presentaría como problemática, sus resultados han sido realmente satisfactorios.
Por otra parte en España, el Gobierno de Zapatero también se ha planteado crear una ley similar, aunque de momento no ha progresado.  

Por último,solo nos queda terminar esta sección con una pequeña conclusión: la tendencia de las autoridades es hacia la desaparición de los símbolos religiosos, mientras que algunos sectores del pueblo aún se niegan a llevarlo a cabo.  

INMIGRACIÓN E INTEGRACIÓN EN ALEMANIA

El último tópico que trataremos en esta sección es el papel de la inmigración en la sociedad alemana.  

En la época de la posguerra y el auge económico de los años cincuenta, Alemania necesitó la mano de obra extranjera. Estos inmigrantes, conocidos como los “trabajadores invitados” volvieron a sus países de origen, los cuales eran el sur y sudeste de Europa. Sin embargo un buen número de ellos decidió quedarse en Alemania. También permanecen en el país muchos de los turcos que inmigraron posteriormente. De este modo Alemania se convirtió en un país con una inmigración dirigida, y dejó de ser un país de captación. Un grupo que destaca es el de los inmigrantes procedentes de Europa del Este con descendencia alemana, los cuales volvieron a su país tras haber pasado generaciones establecidos en los países de la Unión Soviética al caer los sistemas comunistas.
Gracias a estos grupos de inmigrantes, en años ochenta se alcanzó una tasa de inmigración superior a la de los países típicos como Estados Unidos.  

En Alemania viven más de siete millones de extranjeros, lo cual representa casi el 9% de la población total. A esta cifra se añaden cerca de 1,5 millones de extranjeros naturalizados y cerca de 4,5 millones de oriundos retornados. En total viven en Alemania unos 15 millones de personas con trasfondo migratorio, grupo que, según la definición de la Oficina Federal de Estadística, incluye, entre otros, a los extranjeros nacionalizados y los hijos de padre o madre extranjeros.  

El grupo de población extranjera más numeroso es el de nacionalidad turca, con aproximadamente 1,7 millones de personas, seguido de los italianos (530.000). En los dos últimos decenios se han logrado avances en la integración de los inmigrantes: a saber, se han suavizado los requisitos para adquirir la nacionalidad alemana; los contactos entre inmigrados y alemanes son más intensos; la aceptación de la diversidad etnocultural ha ido en aumento. Y la nueva Ley de Inmigración es la primera normativa con rango de ley que regula todos los ámbitos de la política de migración. Con todo, la integración sigue siendo un reto para los políticos y para toda la sociedad. El Gobierno Federal presta atención prioritaria a la integración de los extranjeros que viven en Alemania. Los esfuerzos se focalizan en el aprendizaje del alemán, la educación y la integración en el mercado laboral. En julio de 2006 la Canciller Federal Angela Merkel convocó a representantes de todos los grupos relevantes a la primera cumbre de la integración, de la que emanó el Plan Nacional de Integración. Este plan, presentado a mediados de 2007, contiene objetivos definidos y más de 400 actuaciones y medidas concretas de actores estatales y no estatales, como por ejemplo la creación de una red de patrocinio educativo para hijos de familias inmigrantes y el compromiso de las organizaciones empresariales de ofrecer mejores posibilidades formativas a las y los migrantes jóvenes. El plan se revisará periódicamente.  

Esperemos que se consiga esta tercera unidad alemana y seamos como sociedades “avanzadas” seamos capaces de convivir.